Schutznetz Berlin
Einsatz: Sa, 31. Oktober 2026 · Berlin

Schutzpräsenz für bedrohte Orte.
Sichtbar. Solidarisch. Gewaltfrei.

Am 31. Oktober sind in Berlin zahlreiche Demonstrationen angekündigt. Geschäfte und Einrichtungen — insbesondere jüdische — befürchten Übergriffe. Wir stellen Zweier-Teams, die sichtbar vor Ort sind, beobachten, dokumentieren und im Ernstfall sofort die Polizei rufen.

Was wir tun — und was nicht

Schutznetz ist zivile Solidarität, keine Bürgerwehr. Diese Grenze ist nicht verhandelbar.

Das tun wir

  • Sichtbare, freundliche Präsenz vor Orten, die uns darum gebeten haben
  • Beobachten und dokumentieren: Zeit, Ort, Vorgang
  • Im Ernstfall sofort 110 — die Polizei ist für Schutz zuständig
  • Vorfälle zusätzlich an die RIAS-Meldestelle melden
  • Betroffenen zuhören und Wege zu Hilfe zeigen

Das tun wir nicht

  • Kein körperliches Eingreifen, keine Konfrontation
  • Keine Waffen, keine Schutzausrüstung, die martialisch wirkt
  • Keine Veröffentlichung von Gesichtern Unbeteiligter
  • Keine Alleingänge — niemand steht allein
  • Keine öffentlichen Listen geschützter Orte (siehe unten)

So läuft die Koordination

Die Einsatzkoordination läuft über ein zugangsgeschütztes Werkzeug — nicht über diese Seite.

ORTE

Nur mit Einverständnis

Ein Ort kommt nur in unsere interne Liste, wenn Inhaber oder Gemeinde zugestimmt haben. Niemand wird ungefragt „geschützt".

SCHICHTEN

Zweier-Teams, feste Fenster

Pro Ort werden Zeitfenster geplant. Helferinnen und Helfer tragen sich ein; jede Schicht hat eine Zielstärke.

CHECK-IN

Wer ist wo?

Beim Eintreffen: Check-in. Beim Gehen: Check-out. Die Koordination sieht jederzeit, welcher Ort abgedeckt ist.

LAGE

Meldungen in Echtzeit

Beobachtungen laufen als Lagemeldungen zusammen — in drei Stufen: Info, Warnung, Ernst. Bei Ernst gilt: erst 110, dann melden.

Warum es hier keine Karte gibt

Eine öffentliche Karte „besonders schützenswerter Orte" wäre genau das, was Angreifer brauchen: eine Zielliste. Deshalb ist die Ortsliste nicht Teil dieser Website. Sie liegt zugangsgeschützt vor, Zugang bekommt nur, wer persönlich verbürgt ist — und jeder Eintrag setzt das Einverständnis der Betroffenen voraus. Wer die Liste nicht sehen muss, sieht sie nicht.

Verhaltensregeln

Jede Helferin und jeder Helfer erkennt diese sechs Regeln an. Wer sie nicht mittragen kann, läuft nicht mit.

  1. Präsenz, nicht Konfrontation. Wir sind sichtbar, freundlich, ansprechbar — und greifen körperlich nicht ein.
  2. Bei Gefahr sofort 110. Erst Notruf, dann interne Meldung. Gefährdete Orte werden vorab dem örtlichen Polizeiabschnitt genannt (Stichwort Objektschutz).
  3. Dokumentieren statt eskalieren. Zeit, Ort, Vorgang festhalten. Keine Gesichter Unbeteiligter veröffentlichen.
  4. Immer zu zweit. Keine Schicht allein. Check-in und Check-out sind Pflicht.
  5. Vorfälle zusätzlich bei RIAS melden — auch die unterhalb der Strafbarkeitsgrenze. Ein „Beinahe" ist auch ein Befund.
  6. Die Ortsliste schützen. Kein Weiterleiten, keine Screenshots, keine Namen in sozialen Medien.

Ausführlich — Grundhaltung, Vorbereitung, Verhalten bei Provokation und Gewalt, rechtlicher Rahmen, Nachsorge: Der Leitfaden. Pflichtlektüre vor der ersten Schicht.

Für Geschäfte und Einrichtungen

Sie führen ein Geschäft oder eine Einrichtung und machen sich für den 31. Oktober Sorgen? Drei Schritte:

  1. Polizei informieren

    Melden Sie Ihre Sorge vorab Ihrem örtlichen Polizeiabschnitt — Stichwort Objektschutz. Die Polizei plant für den 31.10. einen Großeinsatz; je früher sie von gefährdeten Objekten weiß, desto besser. Abschnitt finden: polizei.berlin.de

  2. RIAS kennen

    Antisemitische Vorfälle — auch unterhalb der Strafbarkeitsgrenze, auch anonym — dokumentiert die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus: report-antisemitism.de

  3. Bei uns melden

    Wenn Sie zusätzlich solidarische Präsenz vor Ihrer Tür möchten, nehmen wir Ihren Ort auf — ausschließlich mit Ihrem Einverständnis, und nie auf einer öffentlichen Liste. Schreiben Sie an derbimon@gmail.com: Art des Geschäfts, Bezirk, gewünschte Zeiten, Rückrufnummer. Wir melden uns persönlich.

Mitmachen

Wir suchen Menschen, die am 31. Oktober ein paar Stunden sichtbar vor einem Ort stehen. Ruhig, verlässlich, zu zweit.

So kommst du rein: Zugang zur Koordination gibt es über persönliche Verbürgung — jemand, der schon dabei ist, bringt dich mit. Das ist kein Misstrauen gegen dich, sondern Schutz der Orte: Wer die interne Liste sehen will, muss jemandem bekannt sein. Melde dich über den Kontaktweg unten oder sprich die Person an, von der du von Schutznetz erfahren hast.

Was du mitbringst: Verlässlichkeit für deine Schicht, die sechs Regeln oben — und sonst nichts. Keine Vorerfahrung nötig. Eingewiesen wirst du vor Ort von deinem Schichtpartner.

Du hast schon einen Einladungscode? Dann geht es hier hinein: Einsatzzentrale öffnen — Live-Karte, Schichtplan, Lagemeldungen, Ideen-Brett und Notfall-Funktionen, nur für Mitwirkende.

Kontakte

110

Polizei-Notruf. Bei jeder akuten Gefahr zuerst anrufen — vor jeder Meldung an uns.

Polizei Berlin

polizei.berlin.de

Internetwache, Abschnitte, Objektschutz.

RIAS — Meldestelle

report-antisemitism.de

Antisemitische Vorfälle melden, auch anonym.

Demo-Lage 31.10.

demo-radar.de

Angemeldete Versammlungen in Berlin, laufend aktualisiert.

Schutznetz erreichen

derbimon@gmail.com

Für Geschäfte, die Präsenz wünschen, und für Menschen, die mitmachen wollen. Bitte keine Ortsangaben Dritter ohne deren Wissen.